
Teresa Emilia Raff
Die Harfenistin Teresa Emilia Raff verschiebt die vermeintlichen Grenzen ihres Instruments. Für sie ist die Harfe ein Seismograph menschlicher Empfindungen: „Die Harfe hat einen solchen Reichtum an Resonanzen, dass ich auf ihr ein breites Spektrum an Emotionen ausdrücken kann.“ Mit Unterstützung der Concerto21 Stiftung entwickelt sie ein eigenes Repertoire, in dem sie die Harfe mit ihrer Stimme verbindet. So entsteht eine persönliche Klangsprache zwischen Klassik und Independent Music. Ihr 2027 erscheinendes Debütalbum « Alone with the Universe » präsentiert die Harfe im Dialog mit ihrer Stimme, Cello und Streichquartett als vielschichtiges Ausdrucksinstrument – ein kaleidoskopisches Porträt, das der Erfahrung des Alleinseins gewidmet ist. Das Concerto21 Stipendium hat mir zunächst vor allem eines geschenkt: das Vertrauen, dass es sich lohnt, meiner künstlerischen Stimme nachzugehen. Und dann die Zeit, sie zu entwickeln. "Heute denke ich oft daran, wie außergewöhnlich dieses Geschenk eigentlich war. Über die Jahre hat sich die Förderung von einer intensiven Begleitung zu einer Verbindung im Hintergrund entwickelt, die bis heute trägt. Ich kann mich bei wichtigen Fragen immer noch austauschen – und spüre weiterhin den Rückenwind dieses einzigartigen Stipendiums." - Teresa Emilia Raff

Elshan Ghasimi
(1981 in Isfahan, Iran) ist Virtuosin der persischen Langhalslauten Tar, Setar und Robab sowie der Dayere und Expertin für persische Kunstmusik. Sie ist eine vielseitige Künstlerin, Komponistin, innovative Performerin und engagierte Pädagogin, deren Werk die Schnittstellen zwischen Tradition und Moderne, Ost und West sowie Musik und anderen künstlerischen Disziplinen erforscht. Tief verwurzelt im Radif, dem Repertoire der klassischen persischen Musik, hat Ghasimi viele Jahre dessen Beherrschung gewidmet und treibt heute dessen Neuinterpretation im zeitgenössischen künstlerischen Kontext voran. Im Alter von 17 Jahren wurde sie das jüngste Mitglied des iranischen Nationalorchesters, womit der Beginn ihrer Karriere markiert wurde. Seit 2016 lebt sie in Deutschland, wo sie weiterhin als Solistin auftritt, komponiert und mit renommierten Ensembles wie Concerto Köln musiziert. Ihr Werk verbindet das persische musikalische Erbe mit vielfältigen Musikgenres – darunter zeitgenössische klassische Musik, Jazz, experimentelle Musik und Alte Musik. „ In her playing […] every phrase is invested with deep thought and grave authority. “ - Michael Church, Musics Lost and Found (2021)

Kateryna Kravchenko
ist eine ukrainische Komponistin und Sängerin mit aktuellem Wohnsitz in Köln. Schon im Alter von vier Jahren begann sie, Klavier zu spielen, und entdeckte mit elf Jahren ihre Leidenschaft für den Jazzgesang. Ihrem Traum, Jazzmusikerin zu werden, folgend, zog sie 2018 nach Deutschland, um Jazz/Rock/Pop-Gesang an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden zu studieren. Sie verbrachte ein Austauschjahr in Stockholm und absolviert derzeit ein duales Masterstudium in Jazzkomposition und Jazzgesang an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. 2025 wird sie ihr Debütalbum, welches gemeinsam Wanja Slavin entstanden ist, veröffentlichen. “Die Stimme ist das Instrument, dass uns am unmittelbarsten berührt und uns im Wortsinn anspricht. Kateryna Kravchenko hat ihre eigene musikalische Sprache gefunden und erzählt damit Geschichten über ihre Heimat Ukraine, das Leben, Emotionen, Poesie und Lyrik. Erlebt man Kateryna auf der Bühne wird die Dringlichkeit ihres künstlerischen Anliegens auf eindrückliche Weise erfahrbar. Sie auf ihrem Weg zu unterstützen war uns deshalb ein Bedürfnis.” - Kateryna Kravchenko

Michaela Špačková
Unsere Stipendiatin Michaela Špačková verbindet mit ihrem Instrument weit mehr als musikalisches Handwerk – ihre tiefe Verbundenheit zum Fagott ist in jedem Ton spürbar. Dabei stellt sie sich immer wieder gegen eingefahrene Hörgewohnheiten, die dem Fagott die Rolle eines Soloinstruments nur selten zugestehen. Für Michaela steht jedoch fest: Das Potenzial ihres Instruments ist noch längst nicht ausgeschöpft. Als Solistin bewegt sie sich mühelos zwischen klassischer und zeitgenössischer Musik und fühlt sich ebenso in genreübergreifenden Projekten wohl – etwa in der Zusammenarbeit mit der Künstlerin Alli Neumann. Im Rahmen ihres Stipendiums widmet sie sich zudem verstärkt der elektronischen Musik und erweitert damit die klanglichen Möglichkeiten ihres Instruments. Michaela Špačková weiß genau, wohin ihr Weg führen soll – und verfolgt ihre Ziele mit großer Entschlossenheit. Für ihr Debütalbum „Dreamscapes“ konnte sie bereits über 5.000 Euro durch Crowdfunding einwerben. Auf ihrem Weg, das Image des Fagotts Schritt für Schritt neu zu prägen und dessen Vielfalt sichtbar zu machen, begleiten und unterstützen wir Michaela sehr gerne. “Mit Michaela Špačková bekommt das Fagott eine völlig neue Dimension. Bisher war es mir als Soloinstrument kaum vertraut, doch durch sie erlebe ich es als eine wunderbar warme, energiegeladene Stimme. Michaela ist eine großartige Musikerin mit einer klaren Mission: das Fagott aus seinem Schattendasein zu befreien.” - Sonia Simmenauer

Ángela Aguareles
– eine Musikerin, die uns von Anfang an mit ihrem Enthusiasmus und ihrer musikalischen Sprache in den Bann gezogen hat. Ein Thema zieht sich durch alle Stipendien: Wie gehe ich meinen eigenen Weg – wie finde ich meine eigene musikalische Identität. Wir möchten sie in diesem Prozess unterstützen und ihr dabei den Rücken stärken. Wir sind gespannt, welche Türen wir dabei gemeinsam öffnen oder schließen. “Als Stipendiatin fühle ich mich von den Mentoren ermutigt, tiefer in meine eigenen Wege einzutauchen. Sie führen mit Respekt und Verständnis für meine Vision und bieten gleichzeitig augenöffnende Perspektiven. Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung.“ - Ángela Aguareles “Ángela ist eine Cellistin mit ansteckender Energie und einer klaren Vorstellung davon, wie sie ihr Leben als Künstlerin gestalten möchte; wen sie mit ihrer Musik erreichen und berühren will und welche programmatischen und gestalterischen Mittel sie dafür einsetzen möchte. Wir werden von Ángelas Sprache am Instrument berührt und von ihrer Klarheit und Begeisterung angesteckt. So soll es noch viel mehr Menschen gehen und deshalb unterstützen wir sie dabei ihre Ziele zu erreichen.” - Andreas Brandis

Moritz Stahl
ist dieses Jahr mit seinem Herzensprojekt Transient Bodies an die Öffentlichkeit gegangen. Eine neu gegründete Band, eine Tour, ein Album - ein Weg, der für aufstrebende Musiker:innen mit Hürden verbunden sind, die unsere Mentor:innen nur zu gut kennen. Im Rahmen des Stipendiums der Concerto21 Stiftung stehen wir Moritz zur Seite und freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit. "Moritz ist ein unglaublich sensibler und feingeistiger Künstler. Er hat seine eigene musikalische Sprache gefunden, die sowohl von Jazztradition, klassischer Musik als auch von Popularmusik und Avantgarde geprägt ist. In seiner Arbeit spielt neben der Musik auch zeitgenössische Kunst und Grafik eine Rolle, was das Gesamtbild buchstäblich noch vergrößert. Moritz ist im besten Sinne ein musikalisch, künstlerischer Katalysator." - Andreas Brandis

Derya Mavi Atakan
(geboren im bayrischen Dunst der Neunziger) studierte Operngesang in Berlin und Paris. Sie tritt als Opern-Performerin in Erscheinung und lässt die drei Gewalten Oper, Punk und Klänge der Levante aufeinander treffen. Eigenkompositionen und Opernreferenzen sind in ihrer Arbeit eine Einladung zur kollektiven Metamorphose. Die Absurdität und Komik des menschlichen Alltags, sowie Naturgewalten werden durch die Sopranstimme in den Fokus gerückt. Das Nicht-Vereinbare und Gegensätzliche umarmen sich. Pathos trifft auf Irritation, Klamauk auf Ernsthaftigkeit, Traum auf Realität. „Einen Weg mit großer Ernsthaftigkeit einzuschlagen – auch gegen viele Widerstände – zeugt bereits von Kraft und großem Mut. Derya Atakan ist klassische Sängerin geworden in einer Musikwelt, die sie aufgrund von Äußerlichkeiten nicht immer willkommen hieß, und hat dann angefangen, sich immer wieder zu häuten. Sie hat ihr eigenes künstlerisches Selbst entdeckt und sich von Konventionen befreit. Dieser Prozess und dieser Wille zeigen ihr besonderes künstlerisches Potenzial.“ - Andreas Brandis

Nina Gurol
gestaltet als Pianistin künstlerische Räume, die ihr Publikum zugleich herausfordern und berühren: mit kompromissloser Hingabe begibt sie sich auf Pfade jenseits des Vertrauten und führt in ihren Konzertprogrammen neu zusammen, was auf den ersten Blick getrennt erscheint. Auf vielfältige Weise lotet sie dafür das Repertoire zwischen klassischer und zeitgenössischer Musik, komplexem Intellekt und pianistischer Sensibilität aus, verbindet tröstliche Schlichtheit mit unerbittlicher Strenge, das Leben mit der Vergänglichkeit. Ob auf internationalen Bühnen, innovativen Festivals oder in ihrer akademischen Arbeit: Nina Gurol sucht als Künstlerin nicht das Vertraute, sondern das noch Unergründete und findet ihr Zuhause dort, wo Musik aufrüttelt, nachhallt und unbeantwortete Fragen aufwirft – bei Galina Ustvolskaya und York Höller gleichermaßen wie bei Franz Schubert. "Es macht große Freude, zuzusehen, wie eine feine hochkultivierte Musikerin es geschafft hat, zu ihrer Spontaneität und einzigartigen Kreativität zu finden. Die Concerto21 Stiftung hat ihr geholfen, sich dem Improvisieren hinzugeben und dadurch ihre ganz eigene Stimme zu finden." - Sonia Simmenauer

Shuteen Erdenebaatar
Die in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar geborene Komponistin und Pianistin bringt mit ihren sehnsuchtsvollen Melodien, angereichert mit tiefgründigen und ausdrucksstarken Harmonien und Rhythmen, einen einzigartigen Klang zu Gehör. Aufgewachsen als klassische Musikerin, begann sie im Alter von 16 Jahren bereits ihr Bachelor-Studium in klassischer Komposition. Unmittelbar nach ihrem erfolgreichen Abschluss kam sie 2018 nach München, um ihren Horizont mit einem Doppelmasterstudium in Jazzklavier und Jazzkomposition an der Hochschule für Musik und Theater zu erweitern. Im Alter von 23 Jahren hat sie zwei Masterstudiengänge und ein Weiterbildendes Zertifikatsstudium Meisterklasse erfolgreich absolviert. Die Concerto21 Stiftung begleitete Shuteen Erdenebaatar dabei nach fünf Jahren in München wieder eine Brücke in ihre Heimat zu schlagen. Im Herbst 2024 trat an der Staatsoper in Ulaanbaatar auf. Diese Reise wurde dokumentarisch begleitet.

Josefine Göhmann
Als Sopranistin trat sie schon in vielen namenhaften Opernhäusern und Festivalkontexten auf. Sie ist im Bereich Oper, Konzert und Lied tätig, hat sich aber nicht nur als Sängerin etabliert. Nach ihrem hochgelobten Debut-Album réBelles! (Portraits lyriques), setzte sie sich 2022 als Produzentin ihres Festivals réBelles mit der Fragestellung weiblicher Rollenbilder und weiblicher Selbstbestimmung auseinander. Auf Einladung der Neuköllner Oper entwickelte sie für die Spielzeit 2023/24 nach eigener Idee und Konzept das Programm "The Blaubart Project".

Valerie Fritz
Ein Cello am Rücken wiegt sieben Kilo. Seine Tradition allerdings wiegt deutlich schwerer und wird mitunter gar zur Last beim Beschreiten neuer Wege. My cello, my choice ist ein Akt der Selbstermächtigung, ein selbstbestimmtes und persönliches Programm, welches einen Einblick in die Intimität zwischen einer Musikerin und ihrem Instrument gewährt. Bei der Erarbeitung ihres Bühnenprogramms, welches unter anderem Werke von Sarah Nemtsov, Hildegard von Bingen und Peter Eötvös, sowie Auftragskompositionen von Alexander Bauer und Georg Friedrich Haas enthält, wird Valerie Fritz von der Concerto21 Stiftung begleitet und unterstützt.

Goran Stevanovich
Von der Presse als „wahrer Botschafter für die Vielseitigkeit seines Instrumentes“ gelobt, gilt Goran Stevanovich als ein bedeutender Akkordeonist der Gegenwart. Wie kaum jemandem gelingt es dem jungen Musiker, das Akkordeon auch abseits des gängigen Repertoires auf den Konzertbühnen zu etablieren. Sein außergewöhnlich breites Spektrum an Stücken, ließ Goran Stevanovich über die Jahre eine ganz eigene Klangästhetik und Stilistik entwickeln. Die Concerto21 Stiftung begleitet ihn seit Anfang 2023 bei der Erschließung bosnischer Volksmusik für sein Instrument – insbesondere der Liebeslyrik Sevdah und ihrer Überschneidung mit deutschen Dichtungen.